Wenn gesundes Obst dem Bauch nicht schmeckt
Sie essen gerne Früchte, doch Ihr Darm grummelt danach lautstark? Das Honigbrot zum Frühstück verursacht Ihnen Bauchweh? Fertiggerichte machen Ihnen oft Blähungen? Grund für Ihre Beschwerden kann eine Fruchtzuckerunverträglichkeit – auch Fruktosemalabsorption genannt – sein.
Was ist Fruktose und über welche Nahrungsmittel nehmen wir sie auf?
Fruktose nennt man den in
-
Früchten
-
Fruchtsaft
-
Honig, Ahornsirup, Agavendicksaft
natürlich vorkommende Fruchtzucker. Auch Haushaltszucker (Saccharose) besteht jeweils zur Hälfte aus Fruktose und Glukose (Traubenzucker). Fruktose-Sirup wird außerdem immer öfter aus Mais industriell hergestellt und Produkten als süßende Zutat in Erfrischungsgetränken, Süßwaren, Milchdesserts oder Fertiggerichten zugesetzt.
Wie funktioniert der Fruktoseabbau im Körper?
Damit der Körper den Fruchtzucker, den wir mit der Nahrung essen oder trinken, durch den Darm in den Blutkreislauf aufnehmen kann, braucht er ein spezielles „Taxi“. Dieses Transportvehikel nennt man den „GLUT-5-Transporter“1. Im Blut angekommen schwimmt die Fruktose Richtung Leber, wo sie weiter um- und abgebaut wird.
Was passiert mit der Fruktose bei Fruktosemalabsorption?
Bei Fruktosemalabsorption sind im Dünndarm nicht genug „Taxis“ vorhanden, um Fruktose aus der Nahrung vollständig vom Darm ins Blut zu transportieren1. Oft deshalb, weil zu viel Fruktose auf einmal in den Darm gelangt – zum Beispiel mit einem Smoothie oder einem Glas Fruchtsaft. Somit wandert der Großteil der Fruktose weiter in den Dickdarm. Dort nützen ihn Darmbakterien als Nahrungsquelle. Als bakterielle Stoffwechselprodukte entstehen in der Folge Gase (Wasserstoff, Kohlendioxid) und Fettsäuren.
Quelle:
1 Schäfer, C. et al.: Fruktosemalabsorption. Stellungnahme der AG Nahrungsmittelallergie in der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI). In: Allergo J 2010; 19: 66-69






